Haare spenden: so funktioniert es
Welche Länge nötig ist, welche Haare geeignet sind und worauf Sie bei der Wahl der Anlaufstelle achten sollten. In Ruhe erklärt.
Zuletzt aktualisiert:
August 18, 2026
Beate Dreher
Seit 1996 spezialisiert auf Zweithaar-Themen
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Kurzfassung
Sich von langen Haaren zu trennen, ist für viele ein großer Schritt. Schön ist dabei der Gedanke, dass der Zopf danach nicht einfach im Müll landet, sondern jemandem hilft, der seine eigenen Haare verloren hat.
Wer sich dazu im Internet informiert, findet allerdings sehr unterschiedliche Angaben. Die eine Stelle nennt 25 Zentimeter Mindestlänge, die nächste 40. Gefärbtes Haar ist mal willkommen, mal nicht. Hier erklären wir in Ruhe, worauf es ankommt – aus der Sicht einer Praxis, die Echthaarperücken selbst anfertigt und weiß, was am Ende mit dem Haar geschieht.
Was aus gespendetem Haar entsteht
Aus Haarspenden werden Echthaarperücken für Menschen, die ihre Haare durch eine Erkrankung verloren haben. Bis dahin ist es ein weiter Weg: Das Haar wird zuerst veredelt, dann nach Farbe, Länge und Struktur sortiert und anschließend Strähne für Strähne von Hand in den Perückenboden geknüpft.
Weil Echthaar sehr teuer ist, macht das Material einen großen Teil des Perückenpreises aus. Genau da wirkt eine Spende: Sie senkt die Kosten für die Person, die die Perücke später trägt. Bei uns kommt das vor allem Kindern und Kundinnen zugute, für die eine Echthaarperücke sonst kaum bezahlbar wäre.
Das Wichtigste auf einen Blick
Kurz-Check für Ihre Haarspende
Gefordert werden je nach Anlaufstelle 25 bis 40 Zentimeter, gemessen am abgeschnittenen Zopf, bei uns sind es 30 Zentimeter. Am besten geeignet ist ungefärbtes, gepflegtes Haar, das nicht durchgehend gesplisst ist. Waschen und trocknen Sie das Haar, binden oder flechten Sie es fest – erst dann wird geschnitten. Anschließend kommt der Zopf trocken und gut verpackt zur gewählten Stelle, denn feuchtes Haar kann in der Verpackung schimmeln. Für eine Spende gibt es kein Geld: Der Gegenwert kommt der Person zugute, die die Perücke später trägt.
Welche Haare geeignet sind
Drei Dinge entscheiden darüber, ob sich ein Zopf verarbeiten lässt:
- Länge: je nach Stelle 25 bis 40 Zentimeter, gemessen am abgeschnittenen Zopf. Bei uns sind es 30. Planen Sie lieber etwas Reserve ein.
- Farbe: ungefärbtes Naturhaar lässt sich am besten veredeln. Stark blondiertes Haar verträgt die Weiterverarbeitung meist nicht mehr.
- Zustand: kräftig und gepflegt, nicht durchgehend gesplisst.
Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie einfach vorher nach. Ein kurzer Anruf oder ein Foto genügt meist, um zu klären, ob Ihr Haar passt.
Gut zu wissen
Ein Zopf ergibt keine ganze Perücke. Dafür werden mehrere Spenden gebraucht. Das macht Ihren Beitrag nicht kleiner, es ist nur schön, das vorher zu wissen.
Spenden und Verkaufen sind zwei verschiedene Dinge. Manche Anbieter zahlen Geld für Haar, das ist dann ein Ankauf. Bei einer Spende geht der Gegenwert an die Person, die die Perücke später trägt. Beides hat seine Berechtigung – überlegen Sie sich einfach vorher, was Ihnen wichtiger ist.
Der Zopf muss geschnitten werden. Manche Salons übernehmen das kostenlos, andere nicht. Fragen Sie am besten schon bei der Terminvereinbarung nach.
Wohin Sie Ihre Haare spenden können
In Deutschland gibt es mehrere Wege: gemeinnützige Organisationen, die Zöpfe per Post annehmen, sowie Zweithaarpraxen und Salons, die Haar selbst verarbeiten oder weitergeben.
Woran Sie eine gute Anlaufstelle erkennen: Sie sagt Ihnen klar, was mit Ihrem Haar geschieht, nennt ihre Anforderungen von vornherein und verspricht kein Geld für eine Spende. Fragen Sie ruhig nach, seriöse Stellen beantworten das gerne.
Auch wir nehmen Zöpfe entgegen und verarbeiten sie in unserer eigenen Fertigung zu Echthaarperücken. Sie können Ihren Zopf nach kurzer Absprache persönlich vorbeibringen oder uns einfach zuschicken – beides ist möglich, ganz gleich, wo Sie wohnen.
Warum uns das Thema am Herzen liegt
Unsere Zweithaarpraxis gibt es seit 30 Jahren. In dieser Zeit haben wir beide Seiten dieser Geschichte kennengelernt: Menschen, die sich von ihrem Zopf trennen und damit etwas Gutes tun möchten – und Menschen, die vor einer Echthaarperücke stehen und sich fragen, wie sie diese finanzieren sollen. Zwischen diesen beiden Seiten zu vermitteln, ist für uns einer der schönsten Teile unserer Arbeit.
Deshalb sagen wir auch offen, dass nicht jedes Haar geeignet ist. Wer bei uns einen Zopf abgibt, erfährt direkt, ob er verwendet werden kann – und weiß, wo er landet.
Vier Schritte
So läuft eine Haarspende ab
Anlaufstelle auswählen
Überlegen Sie, wohin Ihr Zopf gehen soll, und schauen Sie sich die Anforderungen dieser Stelle an – vor allem die Mindestlänge.
Zopf binden und schneiden lassen
Das Haar wird gewaschen, getrocknet und zu einem festen Zopf gebunden oder geflochten. Erst dann wird geschnitten, damit die Strähnen in einer Richtung bleiben.
Trocken verpacken
Der Zopf kommt trocken und gut verpackt in eine Tüte oder einen Umschlag. Feuchtes Haar kann in der Verpackung schimmeln.
Abgeben oder verschicken
Sie geben den Zopf persönlich ab oder schicken ihn an die gewählte Stelle. Dort wird das Haar sortiert, veredelt und weiterverarbeitet.
Haare spenden in Freiburg und Umgebung
Wenn Sie Ihr Haar lieber persönlich abgeben und dabei nachfragen möchten, was damit geschieht, sind Sie bei uns willkommen. Sie finden uns in der Zweithaarpraxis Maskelino, Am Krebsbach 2D, 79241 Ihringen, rund 20 Minuten von Freiburg.
Genauso gerne können Sie uns Ihren Zopf auch zuschicken – dafür müssen Sie nicht in der Nähe wohnen. Melden Sie sich in beiden Fällen am besten kurz vorher bei uns. Dann klären wir gemeinsam, ob Ihr Haar passt, und Sie wissen vorher, woran Sie sind.
FAQ
Häufige Fragen zur Haarspende
Ab welcher Länge kann ich Haare spenden?
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Das ist von Stelle zu Stelle verschieden. Gefordert werden meist zwischen 25 und 40 Zentimetern, gemessen am abgeschnittenen Zopf. Bei uns sind es 30 Zentimeter. Schauen Sie am besten vorher nach, welche Angabe dort gilt, wo Sie spenden möchten.
Kann ich gefärbte oder blondierte Haare spenden?
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Am besten geeignet ist ungefärbtes Naturhaar, weil es sich am zuverlässigsten veredeln und einfärben lässt. Stark blondiertes oder mehrfach chemisch behandeltes Haar verträgt die Weiterverarbeitung meist nicht mehr. Bei leicht gefärbtem Haar lohnt sich eine kurze Nachfrage.
Bekomme ich Geld für meine Haare?
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Bei einer Spende nicht. Der Gegenwert kommt der Person zugute, die die Perücke später trägt. Daneben gibt es Anbieter, die Haar ankaufen, das ist dann ein Verkauf. Beides hat seine Berechtigung, es ist nur gut, den Unterschied zu kennen.
Wie wird der Zopf richtig geschnitten und verpackt?
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Das Haar wird gewaschen, getrocknet und zu einem festen Zopf gebunden oder geflochten. Erst dann wird geschnitten, damit die Strähnen in einer Richtung bleiben. Anschließend kommt der Zopf trocken und gut verpackt zur gewählten Stelle. Manche Salons übernehmen den Schnitt kostenlos, andere nicht – fragen Sie am besten bei der Terminvereinbarung nach.
Wird aus meinem Zopf eine ganze Perücke?
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Nein, dafür werden mehrere Spenden gebraucht. Das Haar wird veredelt, nach Farbe, Länge und Struktur sortiert und dann Strähne für Strähne geknüpft. Ihr Zopf ist also Teil einer Perücke.
Woran erkenne ich eine seriöse Anlaufstelle?
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Eine gute Anlaufstelle sagt Ihnen klar, was mit Ihrem Haar geschieht, nennt ihre Anforderungen von vornherein und verspricht kein Geld für eine Spende. Fragen Sie ruhig nach, seriöse Stellen beantworten das gerne.
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